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Dan Pink über Motivation

Was macht Ihr um euch zu motivieren? Was macht Ihr um von Anderen Ergebnisse zu bekommen? Wie motiviert ihr Eure Kinder etwas zu tun? Wenn Ihr wie die meisten Menschen denkt, dann setzt Ihr eine Belohnung aus. Aber ist eine Belohnung wirklich das Beste für die Motivation? Darüber klärt uns Dan Pink in seinem Vortrag auf.

Dan Pink, Jahrgang '64, ist ein US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller. Er hat Sprach— und Rechtswissenschaften studiert, war aber nie als Anwalt tätig. In mehreren Büchern setzt er sich mit dem Thema Motivation und Kognition auseinander. Interessant ist auch, dass er in den Jahren 1995—1997 als Hauptredenschreiber für US-Vizepräsident Al Gore tätig war. Quelle: wikipedia

In seinem Vortrag stellt er ein einfaches Experiment dar und dessen erstaunlichen Ausgang. Probanden finden einen Tisch vor, der in einer Ecke steht, sowie eine Kerze, Streichhölzer und eine Schachtel mit Heftzwecken. Die Aufgabe ist es nun, die Kerze so an der Wand zu befestigen, das kein Wachs auf den Tisch tropft. Es wird die Zeit gemessen, die die Probanden zum bewältigen der Aufgabe benötigen. Auf dem Bild seht Ihr die Lösung. Das Experiment In einem zweiten Experiment wurden die Heftzwecken aus der Schachtel genommen und dieselbe Aufgabe gestellt. Nun war die Lösung offensichtlich und die Zeit, die die Probanden benötigten war deutlich geringer.

Wie wirkt es sich nun auf die Zeit aus wenn man beide Gruppen für die Aufgabe belohnt? Dabei gibt es zwei Arten der Belohnung: einer Gruppe wird vermittelt, sie solle ihr Bestes geben da das Ergebniss benutzt wird um einen Standard für das Lösen der Aufgabe zu erstellen. Der anderen Gruppe verspricht man Geld (5$ wenn man zu den besten 25% gehört, 20$ wenn man die Aufgabe am schnellsten löst).

Hier stellt sich nun heraus, dass die Gruppe die keine materielle Belohnung für die Aufgabe bekommt die schwierige Aufgabe (Heftzwecken in der Schachtel) deutlich schneller löst, als die Gruppe mit Belohung. Bei der einfachen Aufgabe allerdings wirkt sich die Belohnung positiv aus. In dem Fall ist die zweite Gruppe deutlich schneller. Ich habe das ganze nochmal als Tabelle zusammengefasst:

Einfach Schwer
Belohung schnell langsam
keine Belohnung langsam schnell

Dan Pink fasst zusammen, dass Belohnungen (auch “extrinsiche Motivatoren” genannt) immer dann zu mehr Produktivität führen, wenn die Aufgabe klar definiert ist und wenig Kreativität bedarf. Bei allen anderen Aufgaben scheitert das Prinzip “Zuckerbrot und Peitsche” immer. Unfassbar ist, dass dieses Experiment, aus dem Jahre 1945, immer wieder widerholt wurde, immer mit dem selben Ergebniss. Doch, so Pink, ist das in der Wirtschaft nie angekommen.

Welche “intrinsichen Motivatoren” braucht es also um Kreativität zu fördern? Dan Pink führt sie auf:

  1. Selbständigkeit/Autonomie (autonomy): der Drang sein eigener Herr zu sein
  2. Können/Überlegenheit (mastery): der Wunsch sich immer weiter zu verbessern
  3. Bestimmung (purpose): die Sehnsucht etwas zu tun das uns überlebt.

Er geht nur auf den ersten Punkt ein und stellt Firmen vor, die das gut umgesetzt haben. Dabei fällt auch der Begriff `ROWE´ (Results Only Work Environment, siehe auch den Wikipediaeintrag), ein Arbeitsumfeld, dass alleine auf Ergebnisse fixiert ist. Dabei werden Angestellte nur nach Leistung und nicht nach Zeit bezahlt. Somit können sie auch von jedem Ort aus arbeiten, es entfällt der Zwang ins Büro zu kommen.

Diese Idee möchte ich hier aufgreifen. Wieviele von Euch haben das schon erlebt: Ihr seid mit den Gedanken ganz woanders, kommt mit Eurer Arbeit kaum voran, könnt aber nicht einfach heimgehen weil der Feierabend noch weit weg ist? Obwohl ich einige Aspekte auch nachteilig sehe, so entfällt z.&thinspace;B. die gesamte soziale Komponente der Arbeitswelt, also das Treffen und Austauschen mit den Kollegen, wünsche ich mir doch die Freiheit die ROWE einen gibt. Zur Zeit bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeit an einem naturwissenschaftlichem Forschungsinstitut angestellt und in der glücklichen Lage alle intrinsischen Motivatore in meinem Arbeitsumfeld vorzufinden: ich kann Selbständig arbeiten und die Richtung der Forschung mitbestimmen, ich strebe danach in meinem Feld zu den Besten zu gehören und hoffentlich hat meine Forschung auch einen nachhaltigen Wert auf die Gesellschaft. Welche Motivatoren gibt es in Eurer Arbeit? Welche fehlen und wie wirkt sich das auf Eure Motivation aus? Schreibt es in den Kommentaren!

Dan Pink ist ein sehr guter Redner, man beachte die Einführung in den Vortrag: “Ich muss Ihnen etwas beichten…” und schon hat er die volle Aufmerksamkeit des Publikums! Wer sich den Vortrag anschauen möchte findet ihn hier.

Über dieses und vieles mehr, hat Dan Pink einige Bücher geschrieben. Hier die Links:

Sowie nur auf English erschienen:

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