TED = Inspiration


Wie Daten Sprechen lernen

Zum Thema Erdkunde sind wir aus der Schule bunte Karten und trockenen Zahlen gewöhnt. Überhaupt ist die Visualisierung von Daten immer eine heikle meist schlecht ausgeführte Angelegenheit. Dass Daten auch tanzen und sprechen und gleichzeitig wichtige Zusammenhänge erklären können zeigt Hans Rosling sehr eindrucksvoll in seinem Vortrag

Han Rosling ist ein studierter Mediziner aus Schweden, der in seiner Doktorarbeit die Mechanismen von Konzo, einer paralytischen Krankheit die man in Afrika findet, erforscht hat. Er hat anschliessend noch viele Jahre in Afrika verbracht und wurde dann auf den Lehrstuhl für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm berufen.

Als Einleitung in den Vortrag erwähnt er einen kurzen Test den seine Studenten ausfüllen mussten: von jeweils fünf Länderpaaren, welches hat die höchste Kindersterblichkeit (z.B. Sri Lanka oder Türkei?). Die Auswertung hat ergeben, dass die Studenten im Mittel 1.8 richtige Antworten hatten. Das ist weniger als wenn sie zufällig geantwortet hätten. Er kommt zu dem Schluss, dass seine Studenten voller Vorurteile und vorgefertigter Meinungen sind.

Anhand von geopolitischen Daten wie Kindersterblichkeit, Durschnittsjahreseinkommen oder Bruttoinlandsprodukt, zeigt Hans Rosling im weiteren Vortrag, dass unsere Auffassung von Arm und Reich, Entwickelt und Unterentwickelt viel zu grob ist. Dabei benutzt er eine sehr schöne Darstellung mit der man unter gampminder.org rumspielen kann.

Rosling ist ein sehr guter und mitreissender Sprecher und man findet noch einige weitere Beispiele im Netz wo er mit viel Einsatz seine Thesen vertritt. Besonders einprägsam ist dies in seinem zweiten TED talk zu sehen, wo er am Ende des Vortrages, um seinen Punkt zu untermalen, dass das offenbar Unmögliche doch möglich ist, ein Bajonett schluckt.

Am Ende möchte ich aber noch auf die Gefahren bei der Datenvisualisierung eingehen. Obwohl die gapminder.org software sehr schön parallele Entwicklung und Korrelationen aufzeigt, darf man nicht direkt auf kausale Zuammenhänge schließen. Gerade bei der Visualisierung von Daten gibt die Möglichkeit die Dinge so darzustellen wie man sie gerne verstanden haben möchte. So werden z. B. häufig Kuchendiagramme benutzt um Proportionen darzustellen. Dabei fällt es dem menschlichen Auge aber sehr schwer geringe Unterschiede zwischen Flächen zu entdecken. Oft wäre eine Darstellung als Balkendiagramm (mit Angabe der Werte innerhalb der Balken) besser.

Am Ende noch ein paar Bücher zum Thema Datenvisualisierung:

Auch zu empfehlen sind die sehr guten Werke von Edward Tufte, leider nur in English erhältlich:

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